Was ist ein Spielraum?

Wer ist diese Emmi Pikler?

Emmi Pikler war eine ungarische Kinderärztin, die in den 1930er Jahren entdeckte, dass es enorm wichtig ist, Kinder in ihrer Bewegung, in ihrem Forschen, in ihrem Spiel nicht einzuschränken und wie wichtig ein achtsamer Umgang in der Pflege (beim Wickeln, Baden usw), sowie in der Beziehung miteinander ist.

Sie war der Überzeugung, dass je weniger die Erwachsenen in die Entwicklung ihrer Kinder eingreifen, umso autonomer, selbstständiger, sicherer und vertrauensvoller können diese werden. Notwendig dazu, ist das Vertrauen und eine liebevolle Begleitung , sowie geeignete Materialien und eine vorbereitete, kindgerechte Umgebung.

 

Für wen ist der Spielraum?

Der Spielraum ist eine Spielgruppe die Eltern mit ihren Kindern ab den ersten Monaten besuchen können. Die Gruppen sind altershomogen eingeteilt, d.h es gibt Gruppen von 0 bis 6 Monaten, 7 bis 15 und 16 bis 24 Monaten usw. Damit kann den Kindern die notwendige Ruhe und Aufmerksamkeit zuteil werden, die sie im jeweiligen Entwicklungsschritt benötigen.

 

Womit wird gespielt?

Im Spielraum finden die Kinder Bewegungs- und Spielmaterialien, die keinen didaktischen Hintergrund verfolgen, keine Absicht, kein Ziel haben, die Kinder können sie so in ihr Spiel einbinden wie sie es gerade brauchen, völlig kreativ damit umgehen. Die Umgebung, sowie die Materialien sind entsprechend ihrer Entwicklung gestaltet, kindgerecht, sicher und immer gerade so fordernd wie sie es brauchen angerichtet, ohne sie zu überfordern.

 

Die Rolle der Eltern

Der Spielraum bietet Kindern die Möglichkeit sich völlig ohne die Hilfe oder Anleitung ihrer Eltern zu beschäftigen. Hier müssen und sollen Eltern ihre Kinder einmal nicht „bespielen“. Die Kinder lernen durchs Spiel und ihre Eltern lernen durch aktives „sich Zurücknehmen“, beobachten, zuschauen, zuhören und Nicht-Eingreifen. Die Spielraumleitung kann, wenn notwendig den Dialog mit den Kindern suchen und bei eventuellen Schwierigkeiten kommentieren was gerade passiert ist. Den Eltern kann somit ein achtsamer, wertfreier Weg aufgezeigt werden, der aufgrund vieler lange Zeit eingelernter Normen und überlieferter Werte oft gar nicht mehr gegangen wird.

„Trau dich, den Erziehungstrampelpfad neu zu entdecken“

 

Der Gesprächsabend

Durch das Zurücknehmen der Eltern eröffnet sich diesen die Möglichkeit ihre Kinder auf eine völlig neue Art und Weise zu erleben, kompetent, kreativ, eigenständig, empathisch und so vieles mehr. Damit diese Freude auch geteilt werden kann, ein Austausch mit Eltern gleichaltriger Kinder stattfinden oder Fragen zur eigenen familiären Situation Platz haben, gibt es die begleitenden Gesprächsabende zu den Spielräumen. Dabei soll die Erziehungskompetenz der Eltern gestärkt, unterstützt und erweitert werden – es sollen Lösungen gefunden, neue Wege aufgezeigt werden. Diese Abende finden ohne Kinder statt.

 

Mehr zur Spielraumarbeit, Emmi Pikler und einen achtsamen Umgang mit Kindern unter:

http://pikler-hengstenberg.at/

 

 

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